Schmerzen beim Stillen

Schmerzen beim Stillen

Stillen kann manchmal mit Schmerzen verbunden sein (© muro)

Schmerzen beim Stillen gehören zu den häufigsten Gründen für vorzeitiges Abstillen: Etwa ein Drittel der Frauen, die das Stillen vorzeitig beendet haben, gaben in einer Untersuchung Schmerzen als wichtigen Abstillgrund an. Der folgende Beitrag zählt als Hilfestellung für die Diagnose die wichtigsten Ursachen für Schmerzen in der Stillzeit auf. Typische Schmerzen am Anfang der Stillzeit und später auftretende Schmerzen werden getrennt behandelt.

Schmerzen am Anfang der Stillzeit

Es gibt Schmerzen, die typischerweise am Anfang der Stillzeit vorkommen und entweder von allein aufhören oder mit kompetenter Unterstützung bald überwunden sind.

In den ersten Tagen nach der Geburt ist Stillen mit Bauchschmerzen verbunden: Diese entstehen durch Kontraktionen der Gebärmutter und fördern deren Rückbildung. Stillen reduziert den Blutverlust und senkt das Risiko von Komplikationen. Nachdem die Gebärmutter zurückgebildet ist, sind diese Schmerzen vorbei: Sie lassen nach wenigen Tagen nach und verschwinden innerhalb weniger Wochen vollständig.

Während der Stillzeit treten Schmerzen in erster Linie innerhalb der Brust und direkt an den Brustwarzen auf. In den ersten Tagen und Wochen kann Stillen auch bei korrekter Stilltechnik vorübergehend schmerzhaft sein, weil die Brustwarzen in dieser Zeit besonders empfindlich sind und sich an das kräftige Saugen durch das Baby noch gewöhnen müssen. Diese Schmerzen sind beim Anlegen am unangenehmsten und lassen im Laufe der Stillmahlzeit nach. Sie sind erträglich und gehen nach den ersten Tagen und Wochen vorüber, die Haut bleibt unverletzt. Dennoch ist es wichtig, dass Stillfachleute das korrekte Anlegen und das Saugverhalten des Babys bei jedem Hinweis auf Schmerzen überprüfen.

Denn, wenn Stillen schmerzhaft ist, besteht der Verdacht, dass das Kind inkorrekt angelegt wurde oder dass es mit einer ungünstigen Saugtechnik trinkt. Das richtige Anlegen müssen neue Mütter noch erlernen. Damit das Baby effektiv aus der Brust trinken kann, muss es nicht nur die Brustwarze selbst, sondern auch den größten Teil des Warzenhofs mit einsaugen (siehe auch unseren Artikel Das korrekte Anlegen des Babys). Dafür sollte das Baby den Mund vor dem Anlegen ganz groß aufmachen. Macht das Baby den Mund nicht richtig auf, kann es die Brust nicht korrekt erfassen. Durch ein oberflächliches Anlegen des Babys wird die Brustwarze zwischen Gaumen und Zunge falsch zusammengedrückt. Dies ist unmittelbar sehr schmerzhaft und kann zu Verletzungen der Brustwarzen und zu lang anhaltenden Schmerzen sowie Infektionen führen.

Häufig klappt das Anlegen besser, wenn das Baby die Führung übernehmen darf (siehe auch den Abschnitt Laid-back-Nursing). Ein korrektes Anlegen ist besonders wichtig, um die Entstehung wunder Brustwarzen zu vermeiden, und damit das Baby effektiv trinken kann und gut zunimmt.

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Mitunter wird das Baby ungünstig angelegt, sodass die Brustwarze nicht richtig im Mund des Babys positioniert ist: Das passiert bei jedem Mutter-Kind-Paar und macht sich durch die Schmerzen sofort bemerkbar. Am Anfang der Stillbeziehung, wenn Mutter und Baby das Stillen noch erlernen müssen, passiert dies noch besonders häufig, aber auch bei größeren Stillkindern kommt es noch vor, wenn beide gerade nicht aufpassen. In einem solchen Fall soll man das Kind von der Brust nehmen, indem man im Mundwinkel des Babys das Saug-Vakuum mit einem Finger löst. Dann kann das Kind wieder angelegt werden. Es kann sein, dass dieser Vorgang mehrere Male wiederholt werden muss, bis das Kind korrekt angelegt ist.

Starke Brustdrüsenschwellung infolge des Milcheinschusses: Die Brust kann im Laufe des Milcheinschusses sehr stark anschwellen. Der Druck in den Brüsten kann schmerzhaft sein. Zusätzlich werden die Brustwarzen bei einer Schwellung flach gezogen, sodass das Baby die Brustwarze nicht mehr korrekt erfassen kann. Es kann die Brustwarze nur oberflächlich in den Mund nehmen, wodurch starke Schmerzen und Verletzungen entstehen können. Mehr dazu im Artikel Initiale Brustdrüsenschwellung.

Schmerzhafter Milchspendereflex: Manche Frauen können den Milchspendereflex, bei dem feine Muskelkontraktionen die Milch in die Richtung der Brustwarze treiben, spüren und empfinden ihn vorübergehend als unangenehm oder als leicht schmerzhaft. Vielfach lassen auch diese Schmerzen im Laufe der Wochen nach und verschwinden mit der Zeit von alleine. Ein Milchspendereflex, der Weh tut, kann aber auch ein Symptom anderer Probleme sein (z.B. für zu viel Milch, Milchstau oder Brustentzündung, siehe unten).

Später auftretende, lang anhaltende oder wiederkehrende Schmerzen beim Stillen

Einer Untersuchung zufolge leiden zwei Monate nach der Geburt etwa 20% der stillenden Mütter unter Schmerzen. Die Diagnostik und die Therapie solcher anhaltenden, wiederkehrenden oder neu auftretenden Schmerzen gehören zu den komplexesten Herausforderungen in der Stillberatung. Sie erfordern häufig eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Hebammen, Stillberaterinnen, Ärztinnen verschiedener Fachrichtungen (Frauen-, Allgemein-, Kinder-, Hautärzte usw.) und weiteren Therapeuten (wie z.B. Osteopathen oder Psychotherapeuten). Unter den Hebammen und Stillberaterinnen können häufig diejenigen mit der Zusatzqualifikation IBCLC am ehesten weiterhelfen, weil sie in persönlichen Beratungen eine genaue Diagnostik mit körperlicher Untersuchung durchführen und auch bei einer erforderlichen Medikation beraten können. In unserem IBCLC-Verzeichnis finden Sie Kontaktadressen.

Mögliche Ursachen von anhaltenden, neu auftretenden und/oder wiederkehrenden Schmerzen:

  • ungünstiges Anlegen des Babys: Manche Mutter-Kind-Paare praktizieren über längere Zeit hinweg ein ungünstiges Anlegen. Zwar trinkt das Baby, aber nicht effektiv und das Stillen ist schmerzhaft. Durch die Korrektur des Anlegens und eine Behandlung eventueller Infektionen lassen die Schmerzen nach.
  • Verletzungen durch Milchpumpen: In einer Untersuchung gaben 15% von pumpenden Müttern an, dass das Pumpen Verletzungen an der Brustwarze verursacht hat. Der Pumptrichter muss zur Brustwarze passend gewählt und richtig positioniert werden. Das Vakuum soll unterhalb der Schmerzgrenze eingestellt werden. Wenn der Milchfluss nachgelassen hat, sollte nicht mehr ausgiebig gepumpt werden (evtl. noch 2-5 Minuten, wenn die Milchmenge noch gesteigert werden soll, aber nicht länger).
  • anatomische Besonderheiten im kindlichen Mundbereich und/oder abnormales Saugmuster seitens des Babys: Die Fähigkeit eines Babys, an der Brust korrekt anzudocken und zu saugen, hängt von zahlreichen Faktoren ab: u.a. von der Mund- und Kieferanatomie, vom neurologischen Reifegrad des Neugeborenen (z.B. im Falle von Frühgeburten) oder vom Muskeltonus. Babys mit Reflux, Atmungsproblemen, mit einem niedrigen Muskeltonus, neurologischen Problemen oder angeborenen Anomalien haben ein hohes Risiko für abnormales Saugen. Hier ist die Unterstützung von Laktationsberaterinnen sowie Kinderärztinnen erforderlich, die Milchbildung muss ggf. durch Abpumpen/Handentleeren aufgebaut und aufrechterhalten werden, damit das Kind mit Muttermilch ernährt werden kann.
  • Zu kurzes Zungenbändchen: Eine vergleichsweise häufig auftretende anatomische Besonderheit ist das zu kurze Zungenbändchen. Dieses behindert die Beweglichkeit der Zunge, wodurch das Baby die Brust nicht korrekt ausmelken kann. Stillen ist schmerzhaft und das Baby andererseits kann nicht korrekt saugen und effektiv trinken. Mehr dazu im Artikel verkürztes Zungenbändchen.
  • anatomische Besonderheiten der Brustwarzen: besondere Brustwarzenformen können das effektive Saugen erschweren. Manchmal ist die Brustwarze zwar normal geformt, aber ihre Größe passt nicht zum Mund des Kindes, weil sie zu groß oder zu klein ist. Hier können verschiedene Stillpositionen ausprobiert werden. Wenn das Anlegen auch unter professioneller Unterstützung nicht gelingt, helfen manchmal Stillhütchen. Stillen mithilfe eines Brusternährungssets oder einer Sonde kann in solchen besonderen Situationen ebenfalls dazu beitragen, die Schmerzen zu lindern, weil die Milch gut läuft und die Brustwarzen entlastet werden.
  • Saugverwirrung: Eine falsche Saugtechnik und dadurch Schmerzen beim Stillen können auch durch eine Saugverwirrung entstehen. In diesen Fällen hat das Baby bereits die Flasche erhalten und das Saugen an der Flasche erlernt, was sich vom Saugen an der Brust prinzipiell unterscheidet. Auch hier ist es wichtig, dass das Baby den Mund vor dem Andocken ganz groß aufmacht, damit es die Brustwarze korrekt erfassen kann. Beim Fläschchen ist dies nicht erforderlich. Mehr dazu im Artikel Das Baby von der Flasche an die Brust gewöhnen.
  • Baby beißt an der Brust bzw. drückt seine Kiefer zusammen: Dieses Verhalten kann verschiedene Ursachen haben, wie u.a. ein gebrochenes Schlüsselbein, Schiefhals, Geburtstrauma vom Hals, Schädel oder des Gesichts, Kieferasymmetrie, Ablehnung der Brust (z.B. aufgrund von Forcieren), tonischer Bissreflex, verstopfte Nase, Reaktion auf einen starken Milchspendereflex und Zahnen.
  • Zu viel Milch: Zu viel Milch kann zu unangenehmen Spannungen und Schmerzen in der Brust und der Brustwarze führen und erhöht das Risiko von Milchstau und Brustentzündungen. Zu viel Milch kann auch mit Schmerzen beim Milchspendereflex einhergehen. Mehr dazu im Artikel Zu viel Milch.
  • Milchstau: Auch bei einem Milchstau treten Schmerzen auf, weil der Milchfluss behindert wird. Ein Teil der Brust verhärtet sich und kann extrem Weh tun.fertiger Quarkwickel
  • Milchbläschen: ein überhäutetes weißes bis gelbliches Bläschen an der Brustwarze, das meist mit einem Milchstau einhergeht und heftige stechende Schmerzen verursachen kann. Zuerst ist das Milchbläschen nur direkt nach dem Stillen, anschließend permanent sichtbar.
  • Mastitis: Des Weiteren ist die Brustentzündung (Mastitis) eine häufige Ursache von Schmerzen während der Stillzeit. Als eine schwerwiegende Komplikation entwickelt sich mitunter ein Abszess.
  • Ungleichgewicht von Hautkeimen (Dysbiose): Manche Autoren zählen ein Ungleichgewicht von normalerweise auf der Haut vorkommenden Keimen zur Brustentzündung (Mastitis), andere Autoren bilden eine eigene Kategorie. Denn die eigentliche Entzündung soll sich bei einer Mastitis im umliegenden Gewebe, nicht in den Milchgängen stattfinden, während die Dysbiose nur die Milchgänge betrifft. Daher spricht man bei der Dysbiose auch von einer Milchgangsentzündung. Bei einer Dysbiose vermehren sich bestimmte Bakterienstämme – mitunter zusammen mit Candida-Stämmen –, die auch normalerweise zur Hautflora gehören, übermäßig stark und bilden einen Biofilm. Die Milchgänge verengen sich, das Epithelium der Milchgänge entzündet sich. Ein Ungleichgewicht von Hautkeimen macht sich durch beidseitige dumpfe, tiefe, brennende Brustschmerzen, Schmerzen während und nach dem Stillen (scharfe, stechende Schmerzen während des Milchspendereflex) und Druckschmerzen insbesondere auf der Unterseite der Brust bemerkbar. Ansonsten sieht die Brust unauffällig aus. Wiederkehrende Milchstaus, Schwellung, zu viel Milch und Risse an den Brustwarzen können mit diesem Zustand einhergehen. Diese Erkrankung wird mit Antibiotika und Probiotika behandelt, um das bakterielle Gleichgewicht wieder herzustellen.
  • Pilzinfektion (Soor) der Brustwarze und/oder der Milchgänge mit Candida: Soor tritt meist nicht unmittelbar nach der Geburt, sondern oft nach einer problemlosen Stillperiode auf. Typisch sind sehr starke Schmerzen im Vergleich zu ansonsten eher unauffälligen Brustwarzen. Mehr darüber im Artikel Soor-Infektion.
  • Vasospasmus der Brustwarze (weiße Brustwarzen): Ein Vasospasmus wird durch ein Verblassen der Brustwarzen zu Blau oder Weiß (abhängig vom Hautton) sowie scharfe, stechende oder brennende Schmerzen bis tief in die Brust charakterisiert. Die Blutgefäße in der Brustwarze verengen sich, wodurch es zu einer Minderdurchblutung der Brustwarzen kommt. Schmerzen nach dem Stillen und bei kühleren Temperaturen sind typisch. Betroffene Frauen haben oft auch kalte Füße und Hände. Frauen mit einer Diagnose von rheumatoider Arthritis oder Raynaud-Syndrom haben ein erhöhtes Risiko für Vasospasmus der Brustwarzen. Die nicht-medikamentösen Maßnahmen umfassen die Überprüfung des Anlegens (durch eine Optimierung des Anlegens kann das Problem manchmal bereits gelöst werden), den Verzicht auf (Passiv)Rauchen und koffeinhaltige Getränke. Die Brustwarzen sollten als eine zentrale Therapiemaßnahme stets warm gehalten werden. Als Nahrungsergänzungsmittel werden Kalzium, Magnesium, Vitamin B6 und Omega-Fettsäuren, Lecithin oder Nachtkerzenöl empfohlen. Vasospasmen treten oft auf, wenn die Frauen während der Schwangerschaft hochdosiertes Magnesium genommen und es nach der Geburt abrupt abgesetzt haben. In einem solchen Fall kann es hilfreich sein, weiter Magnesium zu nehmen und es nur langsam auszuschleichen. Mit den bisher genannten Therapiemaßnahmen lässt sich Schmerzfreiheit in den meisten Fällen erreichen. Oft nehmen die Schmerzen allmählich ab. In hartnäckigen Fällen kann das verschreibungspflichtige Medikament Nifedipin eingesetzt werden. Dieses wirkt gefäßerweiternd und ist für die Behandlung des Raynaud-Syndroms zugelassen. Auch unter Nifedipin dauert es mehrere Tage, bis eine deutliche Besserung eintritt. Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel sollten stets in Absprache mit dem behandelnden Arzt genommen werden.
  • Virusinfektion der Brustwarze mit Herpes simplex oder Herpes zoster: Diese Infektionen können unter anderem auch die Brust betreffen. In einem solchen Fall darf man an der betroffenen Seite nicht stillen, weil auch das Kind angesteckt werden kann. Auch die gewonnene Muttermilch muss verschüttet werden, bis die Infektion ausheilt.
  • Psoriasis: Eine Psoriasis kann während der Stillzeit (typischerweise vier bis sechs Wochen nach der Geburt) oder als Reaktion auf Verletzungen der Brustwarze durch suboptimales Anlegen aufflammen.
  • Ausschlag:
    • atopische Ekzeme können auch in der Stillzeit vorkommen und die Brust betreffen.
    • Kontakt-Dermatitis und Allergien: Überempfindlichkeit gegen Reibung an der Kleidung, Unverträglichkeit gegen bestimmte Stilleinlagen, Überempfindlichkeitsreaktion bei Kontakt zur Beikost bei älteren Stillkindern oder bestimmten Medikamenten, die das Baby über den Mund einnimmt, Allergien gegen Brustwarzensalben (recht häufig bei Lanolin) usw.
  • Infektionen von Verletzungen oder Ekzemen: Sowohl durch ungünstiges Anlegen/Saugen entstandene Verletzungen als auch Ekzeme anderer Ursachen können durch Bakterien (Staphylococcus aureus) infiziert werden. Typisch sind nicht abheilende Entzündungen und Fissuren, nässende Bläschen und gelbe Krusten. Bakterielle Infektionen werden mit topischen oder oralen Antibiotika behandelt.
  • (Postnatale) Depression: Schmerzen beim Stillen und Depressionen treten häufig gemeinsam auf. Betroffene Patientinnen profitieren neben der Behandlung von Schmerzen auch von einer Psychotherapie.
  • Verspannte Brustmuskulatur (Mammary Constriction Syndrome): Eine relativ neue Entdeckung von Edith Kernerman, IBCLC. Hier führen Verspannungen in den Schultern oder im Brustkorb zu Verspannungen der Brustmuskulatur. Dieser drückt auf die Blutgefäße, welche die Brust und die Brustwarzen versorgen. Durch die Minderdurchblutung entstehen dann die Schmerzen. Diese Verspannungen können verschiedene Ursachen haben, wie z.B. eine ungünstige Stillposition oder Angst vor Schmerzen beim Stillen. Auch sonstige orthopädische oder muskuloskelettäre Ursachen können zu diesen Verspannungen führen, die auch außerhalb der Stillzeit auftreten können. Auch hier helfen eine gute Positionierung an der Brust und Entspannungsübungen. Zusätzlich können die Muskeln durch eine zielgerichtete Massage gelockert werden. Mehr zum Mammary Constriction Syndrome und der Brustmassage hier.
  • Allodynie / funktionelle Schmerzen: Allodynie ist eine schmerzhafte Reaktion auf Reize, die normalerweise keine Schmerzen verursachen, wie bloße Berührungen. Bei betroffenen Frauen verursacht die Reibung von Kleidung, Stilleinlagen oder das Abtrocknen der Brustwarzen bereits unerträgliche Schmerzen. Allodynie der Brust kann isoliert oder zusammen mit anderen Schmerzerkrankungen vorkommen.
  • Schwangerschaft: Tritt eine erneute Schwangerschaft auf, werden die Brustwarzen bei manchen Frauen empfindlicher, sodass das Stillen unangenehm wird. Das muss sich nicht gleich am Anfang der Schwangerschaft bemerkbar machen, sondern im Laufe der Monate.

Geeignete Schmerzmittel und weitere Medikamente in der Stillzeit

Falls erforderlich, können auch Schmerzmittel eingenommen werden. In der Stillzeit sind Ibuprofen und Paracetamol geeignete Schmerzmittel, nicht jedoch Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin oder Ass), welche in der Stillzeit nicht eingenommen werden sollte (bei einer einzelnen Tablette ist jedoch keine Stillpause erforderlich). Nebenwirkungen bei Säuglingen bei der Einnahme von Ibuprofen oder Paracetamol durch die stillende Mutter wurden nicht beobachtet. Diese beiden Wirkstoffe sind auch bei Säuglingen Mittel der Wahl, falls diese Schmerzen oder Fieber haben. Bei therapeutischer Gabe bis 1600 mg / Tag ist Ibuprofen in der Muttermilch nicht einmal nachweisbar. In vielen Fällen ermöglicht die Einnahme dieser Schmerzmittel erst das Weiterstillen.

Das Gleiche gilt auch bei weiteren Medikamenten wie Antibiotika. Durch die Einnahme geeigneter Medikamente, welche die zugrunde liegenden Krankheiten effektiv behandeln, kann das Stillen aufrechterhalten werden. Bei der Auswahl der in der Stillzeit geeigneten Medikamente sind die üblichen Arzneimittelinformationen (Beipackzettel, Rote Liste usw.) wenig geeignet, da sie von der Anwendung in der Stillzeit meist pauschal abraten. Die Arzneimittelhersteller schützen sich durch diese generelle Warnung vor möglichen Klagen bei einer für sie unbedeutenden, kleinen Zielgruppe, die gleichzeitig besonders viel Aufmerksamkeit erfordert. Mehr über Medikamente in der Stillzeit und geeignete Nachschlagewerke finden Sie im Artikel Arzneimittel und Stillen.

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© Dr. Z. Bauer – Publikationen in der Stillförderung. 2003-2017. Letzte Überarbeitung: Oktober 2016.