UNICEF fordert reiche Länder auf, das Stillen stärker zu fördern

17. Juni 2018 | Von | Kategorie: Neues aus der Stillwelt

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In reichen Ländern werden fünfmal so viele Babys nicht gestillt wie in unterentwickelten Ländern, berichtet das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen in einer aktuellen Stellungnahme. Weltweit werden 7,6 Millionen Babys pro Jahr nie gestillt. In reichen Ländern erhalten 21% der Babys niemals Muttermilch, während in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen nur 4% der Babys niemals gestillt werden.

Einer Erhebung von UNICEF zufolge erhalten in den armen Ländern Bhutan, Madagaskar und Peru 99% der Babys Muttermilch, während in Irland lediglich 55%, in den USA 74%, in Spanien 77% und in Deutschland 82% jemals gestillt werden. Dabei spielen kulturelle und soziale Normen eine entscheidende Rolle sowie die fehlende Unterstützung der Mütter im Gesundheitswesen, durch die Väter, die Familien, Arbeitgeber und die Gesellschaft.

Stillen schützt auch in reichen Ländern die Gesundheit von Kind um Mutter. Darüber hinaus steigert Stillen die Gehirnentwicklung und die Bildungschancen von Kindern.

UNICEF fordert daher die Regierungen, die Privatwirtschaft und die Zivilgesellschaft auf, das Bewusstsein für die Bedeutung des Stillens zu stärken und die finanzielle Unterstützung zu erhöhen, um die Stillraten von der Geburt bis zum Alter von zwei Jahren und darüber hinaus zu steigern. Als Maßnahmen zur Steigerung der Stillraten werden der Ausbau der babyfreundlichen Geburtshilfe, bezahlter Mutterschaftsurlaub, bezahlte Stillpausen am Arbeitsplatz und eine effektive Regulierung der Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten entsprechend dem WHO-Kodex genannt.

Quelle:

UN News: UNICEF urges wealthy countries to encourage more breastfeeding. 10. Mai 2018; https://news.un.org/en/story/2018/05/1009322

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