Stillschwierigkeiten im Frühwochenbett: erste Hilfsmaßnahmen

17. März 2018 | Von | Kategorie: Leitartikel

Manche Neugeborene brauchen einige Tage, bis sie effektiv an der Brust saugen können. (© Mitarart)

Die meisten Stillprobleme treten in der ersten Zeit nach der Geburt auf: in den ersten Tagen bis Wochen. Sie sind in den meisten Fällen die Folge von Stress bei der Geburt, medizinischen Eingriffen in den natürlichen Geburtsablauf, Geburtsmedikationen, Unreife des Neugeborenen, Erschöpfung und einer Trennung von Mutter und Neugeborenem. Obwohl die auftretenden Probleme meist nur von vorübergehender Natur sind, können sie den Stillerfolg langfristig beeinträchtigen. Mithilfe bestimmter Hilfsmaßnahmen können die Startschwierigkeiten überwunden und die Stillbeziehung mit der Zeit erfolgreich etabliert werden.

Bei einem optimalen Stillbeginn findet das erste effektive Stillen innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt und anschließend in kurzen Abständen, mindestens 8- bis 12-mal pro 24 Stunden (z.B. alle 1 bis 3 Stunden vom Anfang einer Stillmahlzeit bis zum Anfang der nächsten) statt. Die Milchbildung der Mutter wird durch die häufige und effektive Entleerung schnell gesteigert, die Milch schießt um den 3. Tag herum ein, das Baby nimmt – nach leichtem Gewichtsverlust von 5 bis maximal 7%  in den ersten beiden Tagen – ab dem 3. (spätestens 5.) Tag kontinuierlich und „perzentilenparallel“ zu.

Grafik mit den WHO-Wachstumskurven

Nach den ersten beiden Tagen, in denen das Gewicht normalerweise abnimmt, verläuft die Gewichtsentwicklung steigend und perzentilenparallel.

In der Realität findet der erste Stillversuch häufig verzögert, mehrere Stunden nach der Geburt statt, Mutter und Baby sind noch schläfrig und benommen, das Baby wird zu selten angelegt. Die Stillreflexe des Neugeborenen sind durch den Geburtsstress, die Interventionen, ggf. Unreife oder die Trennung von der Mutter manchmal noch zu schwach, es können einige Tage vergehen, bis sich die Reflexe des Babys regeneriert haben und das Neugeborene in der Lage ist, die Brust effektiv zu entleeren. Eine zu späte und ungenügende Nahrungsaufnahme erhöht auch das Risiko einer verstärkten Neugeborenengelbsucht (Ikterus), wodurch das Baby besonders schläfrig wird und schwächer saugen kann. Das erste Stillen kann jedoch auch extrem schmerzhaft sein und zu wunden Brustwarzen führen, sodass das weitere Stillen gemieden wird. Durch die unzureichende Entleerung der Brust und andere Komplikationen kommt die Milchbildung der Mutter zu langsam in Gang, der Milcheinschuss verzögert sich, das Baby wird an der Brust nicht satt, hat zu wenige und verzögerte Ausscheidungen, nimmt zu stark und zu lange ab, sodass eine Zufütterung mit künstlicher Säuglingsnahrung manchmal unvermeidlich wird.

Die an vielen Geburtskliniken verbreitete Vorgehensweise in diesen Situationen ist es, dem Baby die Flasche und der Mutter eine Milchpumpe zu geben. Die Entleerung der Brust bleibt jedoch oft wenig effektiv und zu sporadisch, das Baby gewöhnt sich an die Flasche, lernt nicht die Brust effektiv zu entleeren und bleibt an der Brust frustriert zurück. Die Flaschenernährung wird die Regel und die Mutter gibt das Pumpen irgendwann auf. Das vorzeitige Abstillen ist somit vollendet.

Erste Hilfsmaßnahmen zur Überbrückung anfänglicher Stillprobleme

Mit folgenden Maßnahmen können die Startschwierigkeiten überbrückt und das Stillen langfristig etabliert werden.

Körperkontakt und direkten Haut-zu-Haut-Kontakt maximieren

Neugeborenes Baby auf der Brust der Mutter unter einer dicken Decke

Im Krankenhaus und bei kühleren Temperaturen kann der Haut-zu-Haut-Kontakt unter einer Decke oder Bekleidung praktiziert werden. (© natalunatadeposit)

Das Baby soll nicht angezogen in seinem Bettchen liegen, sondern möglichst den ganzen Tag in direkter Nähe zur Mutter verbringen, davon möglichst viel Zeit in direktem Haut-zu-Haut-Kontakt: Das nackte Baby (evtl. mit einer Windel bekleidet) liegt auf dem nackten Oberkörper der Mutter, in der Nähe zur Brust.

Der Körper der Mutter ist „der natürliche Biotop“ eines Babys. Dort fühlt es sich geborgen und sicher, auch seine Körperfunktionen arbeiten in Hautkontakt am besten, sodass es sich hier am besten regenerieren kann. Der nackte Oberkörper der Mutter liefert dem Baby alle Signale für seine angeborenen Such- und Andockreflexe. Es wird viel häufiger versuchen nach der Brust zu suchen als in seinem isolierten Bettchen, die Brust häufig berühren und mit viel weniger Anstrengung trinken können. Der ausgiebige Hautkontakt und die häufige Berührung der Brust unterstützen auch die Milchproduktion (siehe auch Die Bedeutung des direkten Hautkonktakts).

Die zurückgelehnte Stillposition bevorzugen

Der direkte Haut-zu-Haut-Kontakt zwischen Mutter und Neugeborenem in zurückgelehnter Position ist in vielen Fällen der günstigste Ausgangspunkt für das Stillen. In dieser Position kann ein Baby anhand seiner angeborenen Such- und Andockreflexe am effektivsten die Brust suchen und dort andocken. Das Forcieren des Stillens z.B. durch Gegendrücken des Babyköpfchens oder durch das „Hineinstopfen“ der Brustwarze in den Mund des Babys ist selten erfolgreich und kann zu Folgeproblemen führen (z.B. Ablehnung der Brust oder wunde Brustwarzen).

Foto von Mutter und Baby in direktem Haut-zu-Haut-Kontakt

Haut-zu-Haut-Kontakt rund um die Uhr: die beste Voraussetzung zur Initiierung des Stillens (© macsim)

Aufrechte Stillpositionen sind in vielen Fällen weniger gut geeignet für den Stillbeginn als die zurückgelehnte Lage, weil die angeborenen Reflexe des Neugeborenen in aufrechten Positionen eher im Weg stehen als helfen. In der zurückgelehnten Position wird das Baby wahrscheinlich am frühesten in der Lage sein, eigenständig anzudocken und effektiv zu trinken (siehe auch Stillpositionen).

Dieses Prinzip ist allerdings nicht absolut und gilt nicht für alle Mutter-Kind-Paare gleichermaßen. Es lohnt sich verschiedene Stillpositionen auszuprobieren, bis man eine findet, mit der man am besten zurechtkommt.

Es hilft häufig Geduld zu bewahren und das Kind anderweitig zu füttern, bis es in der Lage ist, an der Brust effektiv zu trinken. Das kann nach schwierigen Startbedingungen einige Tage in Anspruch nehmen.

Stress vermeiden

Zu viel Trubel, zu viele Besuche, fehlende Intimsphäre können das Zusammenfinden von Mutter und Kind erheblich stören. Stress hemmt den Milchspendereflex, das Baby wird überreizt, die Gelegenheit zum Haut-zu-Haut-Kontakt mit nacktem Oberkörper der Mutter ist schwer möglich. Wenn Mutter und Kind gesund sind und eine Nachsorgehebamme oder Stillberaterin für Hausbesuche zur Verfügung stehen, entscheiden sich viele Familien, aus dem Krankenhaus frühzeitig nach Hause zu gehen (für die Stillberaterinnen-Suche siehe auch unser Verzeichnis für Stillberatungsangebote).

Besuche dürfen abgelehnt und das Telefon mit folgendem Motto ausgestellt werden. „Wir brauchen jetzt viel ungestörte Ruhe für uns und melden uns sobald wie möglich.“

Stillhütchen? Nicht unumstritten

Häufig erhalten Mütter, bei denen das Stillen in den ersten Tagen nicht klappt, Stillhütchen. Manche der Mütter empfinden diese Maßnahme als Durchbruch. Stillhütchen können bei saugschwachen oder schläfrigen Babys das Stillen erleichtern, weil sie einen Super-Saugstimulus darstellen und immer aufgerichtet bleiben, auch wenn das Baby nur schwach saugt. Das Baby kann die Milch daher mit geringerer Saugkraft entleeren. Lassen sich die Stillhütchen nach wenigen Tagen leicht abgewöhnen und kann das Stillen anschließend ohne Stillhütchen etabliert werden, dann hat sich der Einsatz wahrscheinlich gelohnt. Auf der anderen Seite plädieren einige StillberaterInnen (z.B. der weltweit bekannte kanadische Stillberater Dr. Jack Newman) vehement gegen Stillhütchen, weil ihre Abgewöhnung sich schwer gestalten lassen kann. In einigen Fällen wird das Baby auch langfristig nur mit Stillhütchen an der Brust trinken können, was mit gravierenden Nachteilen verbunden ist (Mehr zum Thema: Stillhütchen – ein Hilfsmittel mit bedingtem Nutzen).

Die Brust häufig und effektiv entleeren

Kann das Neugeborene noch nicht oder nicht effektiv an der Brust trinken, dann muss diese mit anderen Methoden entleert werden, um die Milchbildung in Gang zu setzen. Denn die frühe, häufige und gründliche Entleerung der Brust ist das Signal für die reichliche Milchbildung (siehe auch Die Milchmenge steigern: Wie man mehr Milch bilden kann). Idealerweise findet die erste effektive Entleerung der Brust innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt und anschließend regelmäßig, z.B. alle 1 bis 3 Stunden statt. Auch wenn der Start nicht so optimal verlief, lohnt es sich dann anschließend die Brust häufig zu entleeren. In den meisten Fällen kann eine volle Milchbildung aufgebaut werden.

Milch per Hand gewinnen

Bis die Milch einschießt, ist das Handentleeren effektiver als das Pumpen.

Milchpumpen sind in den ersten Tagen noch wenig effektiv, die Brust zu entleeren, weil sie ausschließlich mit Vakuum arbeiten und weil das Kolostrum noch relativ zäh und dickflüssig und außerdem von kleinem Umfang ist. Für die ersten Tage nach der Geburt bis zum Milcheinschuss gilt daher das manuelle Entleeren der Brust als die ideale Methode, evtl. ergänzt durch Pumpen. Es gibt Hinweise aus der Forschung, dass die Milchbildung bei Müttern von nicht saugfähigen Frühgeborenen schneller in Gang kommt und höhere Werte erreicht, wenn die Brust am ersten Tag mit der Hand anstelle einer Pumpe entleert wird.

Die Entleerung der Brust per Hand muss natürlich erst erlernt werden und ist am Anfang etwas komplexer als das Abpumpen. Dem Personal in Entbindungskliniken fehlen leider häufig die Zeit für eine individuelle Begleitung der Mutter und oft auch Fachkenntnisse für eine Anleitung. Es gibt seit wenigen Jahren jedoch verschiedene frei zugängliche Videoanleitungen und schriftliche Beschreibungen, wie das Handentleeren funktioniert (siehe im Abschnitt Abpumpen oder per Hand gewinnen?). Anhand dieser Anleitungen kann die Mutter das Handentleeren erlernen.

Ist die Mutter z.B. nach einer schweren Geburt noch nicht in der Lage, ihre Brust selber per Hand zu entleeren, dann kann diese Aufgabe auch vom begleitenden Partner oder von der begleitenden Partnerin oder auch einer Fachkraft übernommen werden. Idealerweise wird dabei die Intimsphäre der Familie geschützt.

Mutter pumpt beide Brüste gleichzeitig ab.

Nach dem Milcheinschuss lässt sich die Milch mit einer hochwertigen Krankenhaus- und Mietpumpe mit Doppelpumpset am effektivsten gewinnen, unterstützt durch Handarbeit. (© Fotolia Foto-Point)

Nach dem Milcheinschuss, sobald die Milch besser fließt, können hochwertige elektrische Krankenhaus- und Verleihpumpen mit Doppelpumpset verwendet werden, um die Milch zu gewinnen, idealerweise in Kombination mit manueller Unterstützung (siehe den Abschnitt Hands-on-Pumping). Auf diese Weise lässt sich die Milchbildung am effektivsten ankurbeln, wenn das Baby die Brust noch nicht effektiv entleeren kann. Die manuelle Unterstützung der Milchgewinnung erhöht außerdem den Fett- und somit den Kaloriengehalt der Muttermilch, weil auch Milchfett zu viskös und mit Pumpen schwer zu entfernen ist. Mit fettreicherer Muttermilch zugefütterte Babys nehmen besser zu.

Kann das Baby grundsätzlich gestillt werden, ist aber noch zu schwach oder zu schläfrig, um an der Brust effektiv zu trinken und nimmt deshalb zu stark ab, dann lohnt es sich auch nach dem Stillen zusätzlich Milch zu gewinnen und diese dem Baby zu verfüttern (z.B. mit dem Löffel oder einer Spritze, siehe nächsten Abschnitt). Ein übermäßiges Abnehmen lässt sich bereits am ersten Tag erkennen: Wenn das Baby 24 Stunden nach der Geburt bereits 5% oder mehr seines Geburtsgewichts verloren hat, empfehlen manche Stillfachleute, mit der zusätzlichen Gewinnung und Fütterung von Kolostrum nach jeder Stillmahlzeit (oder so oft wie möglich) zu beginnen. Auf diese Weise lässt sich ein weiteres verstärktes Abnehmen meist verhindern.

Ist das Stillen unerträglich schmerzhaft und kann das Problem kurzfristig, z.B. durch die Optimierung der Positionierung und des Anlegens nicht behoben werden (als Unterstützung siehe auch den Artikel Das korrekte Anlegen), dann kann das Baby vorübergehend mit gewonnener Muttermilch gefüttert werden.

Die Häufigkeit des Brustentleerens orientiert sich an der üblichen Stillhäufigkeit. Kann ein Baby gar nicht an der Brust trinken, sind etwa 10 Entleerungen (8–12 oder mehr) in 24 Stunden sinnvoll. Zur Sicherstellung der ausreichenden Entleerungshäufigkeit sollte diese notiert werden (siehe auch unsere Brustentleerungsprotokolle).

Falls erforderlich, mit stillfreundlichen Methoden zufüttern

Ist Zufütterung erforderlich, sollte dies mit alternativen Methoden, idealerweise an der Brust erfolgen. (© Rebdesign)

Deuten die Ausscheidungen und der Gewichtsverlauf auf eine zu geringe Nahrungsaufnahme hin, dann wird in vielen Fällen eine Zufütterung erforderlich, idealerweise mit gewonnener Muttermilch; falls diese nicht ausreicht, dann in der Regel mit künstlicher Säuglingsmilch. Die bekannteste und am häufigsten eingesetzte Zufütterungsmethode ist dabei die Saugflasche. Der Einsatz der Flasche birgt allerdings Risiken. Zunächst läuft die Milch aus der Flasche oft schneller und in größeren Mengen als aus der Brust und das Baby benötigt eine andere Trinkmethode als an der Brust. Dies kann mit dem effektiven Trinken an der Brust interferieren. Außerdem erfährt die Brust zu wenig Stimulation für die Milchbildung, wenn das Baby sein Saugbedürfnis an der Flasche befriedigt. Aus diesem Grund sind alternative Fütterungsmethoden, welche mit dem Stillen besser vereinbar sind, vorteilhafter. Kolostrum kann das Neugeborene zum Beispiel mithilfe eines Löffels oder einer kleinen Spritze verabreicht bekommen, kleinere Mengen künstlicher Säuglingsnahrung z.B. mit einem kleinen Becher. Ideal sind Zufüttermethoden an der Brust, damit das Baby die Brust mit der Milch assoziiert, die Brust zur Milchbildung stimuliert und die korrekte Saugtechnik einübt. So kann Kolostrum auch direkt an der Brust mit einer Pipette oder einer kleinen Spritze (oft mit Fingerfeederaufsatz) zugefüttert werden. Wird die Milchmenge größer und die Milch dünnflüssiger, dann kann diese mithilfe einer Ernährungssonde oder dem Brusternährungsset zugefüttert werden. So kommt das Saugen des Babys und der Hautkontakt auch während der Zufütterung der Milchbildung zugute.

Wurde das Baby bereits mit der Saugflasche gefüttert, dann kann auch zu einem späteren Zeitpunkt zu alternativen Fütterungstechniken gewechselt werden. Das lohnt sich: Die Bereitschaft des Babys, an der Brust zu saugen, wird dadurch gefördert und die Milchbildung stimuliert.

Künstliche Säuglingsnahrung nur so kurz und so wenig wie möglich einsetzen

Baby wird gewogen

Regelmäßiges Wiegen gibt Auskunft über den Gewichtsverlauf und eine eventuell erforderliche Zufütterung. (© Africa Studio, Fotolia)

Ob ein Baby ausreichend ernährt wird oder zugefüttert werden muss, erkennt man an seinen Ausscheidungen (siehe Stuhlgang und Urin eines neugeborenen, gestillten Babys) und an seinem Gewichtsverlauf. In den ersten Tagen werden Babys in der Regel täglich, anschließend etwa alle zwei-drei Tage gewogen und die Ausscheidungen werden laufend protokolliert (siehe unsere Protokollvorlagen). Das Gewicht sollte nach dem Gewichtsverlust in den ersten zwei Tagen wieder steigen und parallel zur individuellen Perzentile des Babys verlaufen. Ist dies nicht der Fall und lässt sich die Nahrungsaufnahme durch vermehrtes Stillen oder gegebenenfalls Zufüttern von gewonnener Muttermilch noch nicht ausreichend verbessern, dann muss künstliche Säuglingsnahrung zugefüttert werden. Es sollte dabei nur so wenig Milch kontrolliert zugefüttert werden, wie erforderlich, um den Gewichtsverlust einzugrenzen und anschließend einen perzentilenparallelen Gewichtsverlauf zu ermöglichen. Zu hohe Mengen an zugefütterter Milch senken den Appetit des Babys und es wird weniger an der Brust trinken und auf diese Weise die Milchbildung weniger anregen. Nimmt das Baby perzentilenparallel zu, dann kann die zugefütterte Milch langsam ausgeschlichen werden, indem die pro Mahlzeit zugefütterte Menge reduziert bzw. indem seltener (also z.B. nur noch bei jeder zweiten und dann jeder dritten Mahlzeit) Milch zugefüttert wird (zur Hilfestellung siehe auch unsere Still- und Fütterprotokolle zum Festhalten zugefütterter Milchmengen).

Auf Schnuller verzichten

Schnuller durchgestrichen

Sättigt ein Baby sein Saugbedürfnis am Schnuller, dann wird es weniger Interesse an der Brust zeigen und weniger Stillversuche unternehmen. Auch der Schnuller kann unter Umständen mit dem richtigen Saugen an der Brust interferieren. Um die Milchbildung zu unterstützen, sollte das Baby sein Saugbedürfnis ausschließlich an der Brust sättigen.

Mit dem Baby schlafen

Mutter und Baby schlafen beim Stillen.

Schlafen Mutter und Baby zusammen, dann erhält das Baby auch nachts viele Stillgelegenheiten und nimmt besser zu. (© Evgeny Atamanenko).

Getrennte Schlafstätten führen dazu, dass der Zugang des Babys zur Brust erschwert und die Häufigkeit des Stillens reduziert wird. Liegen Mutter und Baby auch nachts nah beieinander, so nimmt die Mutter das Stillbedürfnis des Babys viel schneller wahr und auch das Baby meldet sich öfter, um zu trinken. Häufiges Stillen rund um die Uhr ist bei schlecht zunehmenden Babys besonders wichtig.

Quellen:

  • Ball H: Sleeping with the baby. Breastfeeding Briefs 2012(53). http://www.infactcanada.ca/pdf/Breastfeeding-Briefs-53.pdf
  • Bertini G, Breschi R, Dani C: Physiological weight loss chart helps to identify high-risk infants who need breastfeeding support. Acta Paediatr 2015 Oct;104(10):1024-7.
  • Collins CT, Gillis J, McPhee AJ, Suganuma H, Makrides M: Avoidance of bottles during the establishment of breast feeds in preterm infants. Cochrane Database Syst Rev. 2016 Sep 30;9:CD005252.
  • Dewey KG, Nommsen-Rivers LA, Heinig MJ, Cohen RJ: Risk factors for suboptimal infant breastfeeding behavior, delayed onset of lactation, and excess neonatal weight loss. Pediatrics 2003 Sep;112(3 Pt 1):607-19.
  • DiGirolamo AM, Grummer-Strawn LM, Fein SB: Effect of maternity-care practices on breastfeeding. Pediatrics 2008 Oct;122 Suppl 2:S43-9.
  • Flaherman VJ, Kuzniewicz MW, Li S, Walsh E, McCulloch CE, Newman TB: First-day weight loss predicts eventual weight nadir for breastfeeding newborns. Arch Dis Child Fetal Neonatal Ed 2013 Nov;98(6):F488-92.
  • Flaherman VJ, Gay B, Scott C, Avins A, Lee KA, Newman TB: Randomised trial comparing hand expression with breast pumping for mothers of term newborns feeding poorly. Arch Dis Child Fetal Neonatal Ed 2012 Jan;97(1):F18-23.
  • Flaherman VJ, Aby J, Burgos AE, Lee KA, Cabana MD, Newman TB: Effect of early limited formula on duration and exclusivity of breastfeeding in at-risk infants: an RCT. Pediatrics 2013 Jun;131(6):1059-65.
  • Flaherman VJ, Lee HC: “Breastfeeding” by Feeding Expressed Mother’s Milk. Pediatr Clin North Am 2013 Feb;60(1):227-46.
  • Furman L: Early limited formula is not ready for prime time. Pediatrics 2013 Jun;131(6):1182-3.
  • Gresens R: Intuitives Stillen. Kösel Verlag, 2016, S. 54ff.
  • Guóth-Gumberger M: Gewichtsverlauf und Stillen. Dokumentieren, Beurteilen, Begleiten. Mabuse-Verlag, 2011. S. 96-100 und 127.
  • Hughes KN, Rodriguez-Carter J, Hill J, Miller D, Gomez C: Using Skin-to-Skin Contact to Increase Exclusive Breastfeeding at a Military Medical Center. Nurs Womens Health 2015 Dec-2016 Jan;19(6):478-89.
  • Lind JN, Perrine CG, Li R: Relationship between use of labor pain medications and delayed onset of lactation. J Hum Lact 2014 May;30(2):167-73.
  • Mangel L, Ovental A, Batscha N, Arnon M, Yarkoni I, Dollberg S: Higher Fat Content in Breastmilk Expressed Manually: A Randomized Trial. Breastfeed Med 2015 Sep;10(7):352-4.
  • McKenna J, Mosko S, Richard C: Bedsharing promotes breastfeeding. Pediatrics 1997;100:214–9.
  • Moore ER, Bergman N, Anderson GC, Medley N: Early skin-to-skin contact for mothers and their healthy newborn infants. Cochrane Database Syst Rev 2016 Nov 25;11:CD003519.
  • Morton J, Wong RJ, Hall JY, Pang WW, Lai CT, Lui J, Hartmann PE, Rhine WD: Combining hand techniques with electric pumping increases the caloric content of milk in mothers of preterm infants. J Perinatol 2012 Oct;32(10):791-6.
  • Morton J, Hall JY, Wong RJ, Thairu L, Benitz WE, Rhine WD: Combining hand techniques with electric pumping increases milk production in mothers of preterm infants. J Perinatol 2009 Nov;29(11):757-64.
  • Morton J: More milk!!! Maximizing Milk supply with early hand expression and hands-on-pumping. Vortrag auf dem 11. Still- und Laktationskongress, September 2017.
  • Mosko S, Richard C, McKenna J: Maternal sleep and arousals during bedsharing with infants. Sleep 1997;20:142-50.
  • Newman J: Nipple shields. Laktation & Stillen 2017/2.
  • Parker LA, Sullivan S, Krueger C, Kelechi T, Mueller M: Effect of early breast milk expression on milk volume and timing of lactogenesis stage II among mothers of very low birth weight infants: a pilot study. J Perinatol 2012 Mar;32(3):205-9.
  • Parker LA, Sullivan S, Krueger C, Mueller M: Association of timing of initiation of breastmilk expression on milk volume and timing of lactogenesis stage II among mothers of very low-birth-weight infants. Breastfeed Med 2015 Mar;10(2):84-91.
  • Srivastava S, Gupta A, Bhatnagar A, Dutta S: Effect of very early skin to skin contact on success at breastfeeding and preventing early hypothermia in neonates. Indian J Public Health 2014 Jan-Mar;58(1):22-6.
  • Yilmaz G, Caylan N, Karacan CD, Bodur İ, Gokcay G: Effect of cup feeding and bottle feeding on breastfeeding in late preterm infants: a randomized controlled study. J Hum Lact. 2014 May;30(2):174-9.

AUCH INTERESSANT:


© Dr. Z. Bauer – Publikationen in der Stillförderung. 2003-2018. Erstellt: März 2018.

Kommentare sind geschlossen