Hunderte Bakterienarten in der Muttermilch prägen die Darmflora des Babys

21. August 2017 | Von | Kategorie: Neues aus der Stillwelt
Darmbakterien im Mikroskop

Bakterien aus der Muttermilch schützen die Gesundheit des Babys (© Mackoflower)

Muttermilch, welche um die 700 lebende Bakterienarten enthält, beeinflusst die bakterielle Besiedlung des kindlichen Darmsystems. Eine aktuelle Studie zeigt auf, dass etwa 30% der nützlichen Bakterien im Darmsystem überwiegend gestillter Babys direkt aus der Muttermilch stammen. Etwa 10% stammen von der Haut der mütterlichen Brust durch den Kontakt beim Stillen. Weitere Quellen für Darmbakterien sind u.a. der Geburtskanal, weitere Personen und die Umgebung des Säuglings. Säuglinge, die per Kaiserschnitt geboren werden, besitzen ein Mikrobiom, welches weniger an das der Mutter erinnert als bei vaginal geborenen Säuglingen.

Die Bakterien aus der Muttermilch trainieren das Immunsystem des Säuglings, helfen, die Nahrung zu verdauen, und schützen vor schädlichen Keimen. Der Ursprung der Muttermilchbakterien ist noch nicht vollständig geklärt: Vermutlich wandern diese aus dem Darmsystem der Mutter in die Muttermilch ein.

Stillen hat zahlreiche positive Effekte auf die Gesundheit des Babys: Es schützt u.a. vor Magen-Darm-Infekten, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Leukämie und Fettleibigkeit. Die nützlichen Bakterien aus der Muttermilch gehören zu den Faktoren, die zu diesem protektiven Effekt des Stillens beitragen.

Quellen:

  • Pannaraj PS, Li F, Cerini C, Bender JM, Yang S, Rollie A, Adisetiyo H, Zabih S, Lincez PJ, Bittinger K, Bailey A, Bushman FD, Sleasman JW, Aldrovandi GM: Association Between Breast Milk Bacterial Communities and Establishment and Development of the Infant Gut Microbiome. JAMA Pediatrics, 2017; DOI: 10.1001/jamapediatrics.2017.0378
  • Cabrera-Rubio R, Collado MC, Laitinen K, Salminen S, Isolauri E, Mira A: The human milk microbiome changes over lactation and is shaped by maternal weight and mode of delivery. American Journal of Clinical Nutrition, 2012;96(3):544-551.

 

 

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