Den Milchstransfer per Brustkompression verbessern

In welchen Situationen eine Brustkompression hilfreich sein kann

  • Schläfrige, unreife und aus anderen Gründen saugschwache Neugeborene (z.B. aufgrund von Gelbsucht, muskulärer Hypotonie, zu kurzem Zungenband, Retrognathie, Erkrankungen usw.) können häufig nicht ausdauernd aktiv und effektiv genug an der Brust saugen, um ihren Bedarf zu decken. Mithilfe einer Brustkompression lässt sich der Milchtransfer während des Stillens ein Stück weit unterstützen. Die Brustkompression kann außerdem helfen, die Entleerung der Brust zu verbessern, das Baby erhält fettreiche Hintermilch.
  • Auch zur Steigerung der Milchbildung kann eine Brustkompression als ergänzende Maßnahme hilfreich sein, um den Entleerungsgrad der Brust beim Stillen zu fördern.
  • Auch beim Abpumpen von Muttermilch kann die Brustkompression die Brustentleerung unterstützen (s. Hands-on-Pumping).

Bei gut funktionierendem Stillen ist die Brustkompression jedoch unnötig, es kann darauf verzichtet und intuitiv gestillt werden.

Durchführung der Brustkompression

Vor allem zum Ende einer Stillmahlzeit an einer Brust, wenn das Baby noch nuckelt, aber nicht mehr schluckt, komprimiert die Mutter mit ihrer Hand kurz das Brustgewebe. Die Brustkompression imitiert einen Milchspendereflex und steigert den Milchfluss. So bekommt das Baby wieder etwas Milch und schluckt wieder. Die Kompression sollte nicht zu nah an der Brustwarze stattfinden, weil das Baby dann die Brustwarze verlieren kann. Die Mutter kann loslassen, damit Milch nachfließen kann, und die Brustkompression an anderen Stellen fortsetzen, um alle Segmente der Brust zu leeren. Dabei kann sie bei Bedarf auch mit der zweiten Hand arbeiten und dafür das Baby auf den anderen Arm umlagern. Die Brustkompression soll nicht ausgeführt werden, während das Baby noch gut an der Brust trinkt, weil das in einen gut funktionierenden Prozess unnötig eingreift.

Wichtig: Seien Sie sanft zu Ihren Brüsten. Es darf nichts weh tun!

Brustkompression

Nach der Brustkompression, wenn keine Milch mehr kommt, kann die Seite gewechselt werden.

Kombinationen mit anderen Techniken

Bei Bedarf können Brustkompression und Wechselstillen miteinander kombiniert werden, um den Milchtransfer und die Entleerung der Brust zu maximieren. Das bedeutet, dass die Seite mehrfach gewechselt wird, und zwar immer, wenn keine Milch mehr kommt. Vor dem Wechsel wird eine Brustkompression ausgeübt. Nach jedem Wechsel kommt weniger Milch, aber die wenigen Tropfen Milch sind besonders fett- und kalorienreich. Durch die gründliche Entleerung der Brust wird die reichliche Milchbildung gefördert und die Sättigung des Babys unterstützt.

Vor allem bei schläfrigen, saugschwachen Babys kann vor dem Anlegen eine Brustmassage durchgeführt werden und erste Tropfen Muttermilch können ausgedrückt werden. So wird das Baby an die Brust gelockt, es fließt gleich Milch, wenn das Baby andockt, und ihm wird etwas Arbeit abgenommen. Anschließend, wenn das Baby nicht mehr aktiv trinkt, sondern nur noch nuckelt, kann die Brustkompression durchgeführt werden.


Urheberrechte: © Dr. Z. Bauer, Publikationen in der Stillförderung und Kindestmilk.

 

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