Brustentzündung (Mastitis)

gerötete Brust

Der entzündete Bereich der Brust rötet sich (Symbolbild; © underdogstudios)

Bei einer Brustentzündung (Mastitis) gelangen Bakterien über die Milchporen in die Brust und vermehren sich dort. Zu fast 95 % handelt es sich dabei um den Krankheitserreger Staphylokokkus aureus. Dieses Bakterium gelangt in der Regel von der Mutter oder dem Pflegepersonal zu den Händen und in den Nasenrachenraum des Kindes und von dort zur Brustwarze. Wunde Brustwarzen, Brustwarzenrhagaden und ein Milchstau können die Entstehung einer Mastitis fördern. Die Symptomatik der Brustentzündung ist nahezu identisch mit der des Milchstaus: Rötung, Schmerzen in der Brust, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Temperaturerhöhung, Schüttelfrost. Da manche Frauen keine Brustschmerzen wahrnehmen, denken sie eventuell an eine beginnende Grippe. Der Geschmack der Muttermilch verändert sich – er wird salziger. Es kommt nur selten vor, dass Babys die Muttermilch aufgrund des veränderten Geschmacks ablehnen.

Auch die Therapie von Milchstau und Brustentzündung ist nahezu identisch (in erster Linie häufiges und gründliches Entleeren der Brust, siehe Milchstau) mit dem Unterschied, dass bei einer bakteriellen Infektion die Mutter zusätzlich mit Antibiotika behandelt wird. Zur Behandlung einer bakteriellen Brustentzündung muss ein Arzt konsultiert werden. Die Mutter soll sich an einen Arzt wenden, wenn die Symptome sich innerhalb von 48 Stunden nicht deutlich bessern, oder wenn sich ihr Zustand innerhalb von 24 Stunden deutlich verschlechtert.

⇒ Das Kind kann und soll weitergestillt werden.

Nur bei Frühgeborenen oder bei selten auftretenden Infektionen mit den sog. beta-hämolisierenden Streptokokken der Gruppe B, die mit einer beidseitigen Brustentzündung einhergehen, soll eine Stillpause eingelegt werden.

fertiger QuarkwickelDie Unterscheidung zwischen Milchstau und einer bakteriellen Mastitis findet in der Arztpraxis durch die Bestimmung der Anzahl der weißen Blutkörperchen und der Bakterien in der Muttermilch statt. Bei hohen Entzündungs- und Keimzahlen wird eine Antibiotika-Therapie eingeleitet. Es ist wichtig, dass die Milch vor der Antibiotika-Gabe mikrobiologisch untersucht wird, damit das richtige Antibiotikum ausgewählt werden kann. Da die Ergebnisse erst Tage nach der Untersuchung vorliegen, wird zunächst ein Antibiotikum ausgewählt, das mit hoher Wahrscheinlichkeit wirkt. Nach Bestimmung des Erregers wird die Therapie ggf. angepasst.

Die große Gefahr bei einer Mastitis ist die Entwicklung eines Abszesses, der immer chirurgisch eröffnet und drainiert werden muss. Deshalb ist es wichtig, eine bakterielle Brustentzündung frühzeitig zu behandeln.

Quellen:

  • S3-Leitlinie zur Therapie entzündlicher Brusterkrankungen in der Stillzeit 2013.
  • Scheele M: Stillen bei Erkrankung der Mutter aus frauenärztlicher Sicht. In Stillen und Muttermilchernährung, Grundlagen, Erfahrungen und Empfehlungen; Gesundheitsförderung konkret Band 3, von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.), Köln 2001.
  • Kroth C: Stillen und Stillberatung. Ullstein Medical 1998
  • Lawrence RA und Lawrence RM: Breastfeeding. A guide for the medical profession. 5. Auflage, 1999, Mosby and 6. Auflage, 2005, Elsevier Mosby
  • Riordan J und Auerbach KG: Breastfeeding and Human Lactation, 2. Auflage, 1999; Jones and Bartlett Publishers
  • American Academy of Pediatrics: New mother’s guide to breastfeeding. Bantam books, 2002

 


Weitere Online-Publikationen zum Thema:

 


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