Stillen bei Brustwarzen-Piercing oder Tätowierung an der Brust

Brust mit Piercing und TatooPiercing

Piercing der Brustwarzen ist unter einigen Frauen „in“. Wenn es zur Schwangerschaft und anschließend zum Stillen kommt, stellt sich die Frage, ob Stillen auch trotz Piercing möglich ist. Die Antwort ist: meistens Ja. Nur in seltenen Fällen entstehen durch das Piercing so ungünstige Vernarbungen, dass das Stillen beeinträchtigt wird. Wird der Milchspendereflex durch die Vernarbungen beeinträchtigt, dann kann eine Brustmassage vor dem Stillen oder eine Brustkompression während des Stillens den Milchfluss verbessern. Sicherheitshalber sollen die Ausscheidungen des Babys und seine Gewichtsentwicklung engmaschig verfolgt werden.

Der Schmuck muss für die Stillmahlzeit aus den Brustwarzen selbstverständlich entfernt werden, da er das effektive Ansaugen behindert und im Mund des Kindes zu Verletzungen führen kann. Schlimmstenfalls wird der Schmuck vom Baby verschluckt oder sogar eingeatmet, sodass es daran ersticken kann. Mitunter läuft Milch aus den Piercing-Löchern heraus.

Während der Schwangerschaft und der Stillzeit sollten selbstverständlich keine Piercing-Löcher in den Brustwarzen gestochen werden. Bis die Löcher heilen, darf der Schmuck nicht entfernt werden und dann wäre Stillen nicht möglich. Hinzukommt die Gefahr einer Infektion, die schlimmstenfalls auch auf das Kind übertragen wird.

Wenn der Schmuck in der Stillzeit dauerhaft entfernt wird, können die Löcher wieder zuwachsen. Um dies zu verhindern, kann man den Schmuck nach den ersten Wochen, in denen das Stillen zunächst etabliert wird, zumindest einmal am Tag wieder einsetzen.

Lesen Sie mehr über mögliche Folgen von Operationen an der Brust im Artikel Stillen nach Brustvergrößerung und Brustverkleinerung.

Tätowierung

Auch Tattoos an der Brust stellen kein Stillhindernis dar. Kritisch sind mögliche Infektionen mit Hepatitis B und C, HIV sowie weitere Infektionskrankheiten, die man sich durch eine Tätowierung theoretisch hinzuziehen kann. Zudem belastet das Stechen eines Tattoos den Körper der Mutter. Daher sollte in der Schwangerschaft und der Stillzeit möglichst keine Tätowierung gestochen werden. Andererseits ist eine Tätowierung auch kein Grund zum Abstillen oder für eine Stillpause, wenn die Mutter sich dazu entscheiden sollte. Durch sterile Einmalnadeln und Farben lassen sich Infektionen vermeiden.

Quellen:

  • Both D, Frischknecht K: Stillen kompakt. Atlas zur Diagnostik und Therapie in der Stillberatung. Urban & Fischer 2007, S. 41
  • Wiesinger D, West D, Pitman T: Das Handbuch für die stillende Mutter. La Leche League Schweiz, 2016, S. 426-427.

© Dr. Z. Bauer – Publikationen in der Stillförderung. 2003-2017. Letzte Ergänzung: Dezember 2017.