Frauenmilch über das Internet ist unsicher

5. Mai 2015 | Von | Kategorie: Neues aus der Stillwelt

Bodybuilder mit FrauenmilchDer Handel mit gekaufter Frauenmilch über das Internet boomt. Vor allem Mütter, die ihre eigenen Babys nicht stillen können, suchen für sie den bestmöglichen Ersatz. Aber auch Bodybuilder oder Krebskranke kaufen die Frauenmilch im Glauben, sie sei auch für Erwachsene ein natürliches Wundermittel. Forscher der Medizinischen Universität London fordern in einem aktuellen Artikel im British Medical Journal dazu auf, dass der Frauenmilchmarkt kontrolliert wird. Es muss befürchtet werden, dass Babys durch den Verzehr von unkontrollierter Frauenmilch sogar sterben können. In mehr als 90% der verkauften Frauenmilchproben wurde in einer Untersuchung eine bakterielle Verunreinigung gefunden. Die Bakterien vermehren sich vor allem beim Transport, wenn die Frauenmilch nicht ausreichend gekühlt wird. In einer Untersuchung befanden sich unter den befragten Spenderinnen sogar drogenabhängige Frauen. Die Forscher fordern, dass die Milchspenden vor dem Verkauf auf Hepatitis, HIV und Syphilis getestet werden. Unkontrolliert stellt online-gehandelte Frauenmilch eine ernsthafte Gesundheitsgefährdung dar.

Für Babys, die nicht gestillt werden können, gilt künstliche Säuglingsnahrung als die beste Alternative. Manche Kliniken führen außerdem so genannte Frauenmilchbanken, mit deren Hilfe in erster Linie Frühgeborene versorgt werden. Die Spenderinnen und die gewonnene Frauenmilch werden bei medizinischen Frauenmilchbanken genauso streng kontrolliert wie Blutspenden, zusätzlich wird eine Frauenmilchspende durch Pasteurisierung von Krankheitserregern befreit.

Die meisten Mütter können ihre Babys mithilfe kompetenter Unterstützung selbst stillen und brauchen daher keine Frauenmilch zu kaufen (siehe „Wo erhalte ich Unterstützung„).

Quelle:

  • Steele S, Martyn J, Foell J: Risks of the unregulated market in human breast milk. British Medical Journal 2015;350:h1485; publiziert: 24. März 2015.

 

 

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