Beißen durch das zahnende Baby

Mutter nimmt Baby von der Brust

„Nicht beißen, kleiner Mann!“ – Von der Brust nehmen, wenn das Baby beim Stillen beißt. (© Marina Sokolova)

Das Wichtigste ist zu wissen, dass Zahnen kein Grund zum Abstillen ist! Die WHO empfiehlt, dass Kinder sechs Monate voll- und mindestens bis zum zweiten Geburtstag nach Bedarf weitergestillt werden sollen, ein Alter also, in dem die meisten Kinder schon voll bezahnt sind. Entgegen des häufigen Vorurteils tut es nicht Weh, ein bezahntes Kind zu stillen. Das Erscheinen der vorderen Zähne kann an der Brust jedoch etwas unangenehm sein, geht aber innerhalb von Wochen vorbei. Das Kind beißt hauptsächlich vor dem Durchbrechen der Zähne aufgrund der Schmerzen, des Ziehens und Juckens mit der Zahnleiste auf die Brust. Das Kind beißt kaum während des Stillens, weil beim Saugen die Zunge die unteren Zähne bedeckt. Vielmehr beißt es zu Beginn und vor allem zum Ende der Stillmahlzeit, meist kurz vor dem Einschlafen. Damit das Kind seine Schmerzen und seinen Juckreiz auf andere Weise lindern kann, kann man ihm eine Alternative zum Beißen anbieten, wie z.B. einen gekühlten Beißring, und ihm beibringen, mit Beißen auf die Brust aufzuhören. Man soll dabei möglichst nicht schreien, weil sich das Kind dann erschrecken und infolge die Brust verweigern kann. Es ist sinnvoller, das Kind mit dem Finger von der Brust zu lösen und ihm im ruhigen, aber bestimmten Tonfall zu vermitteln, dass es nicht beißen darf. Der Finger wird dabei nicht in die Backentasche, sondern zwischen die Zahnleisten des Kindes geschoben. Auf diese Weise ist kein Zubeißen auf die Brustwarze mehr möglich. Hat sich das Kind das Beißen angewöhnt, dann kann die Mutter immer mit einem Finger bereit stehen, um das Kind rechtzeitig von der Brust abzulösen, bevor das Kind zubeißt.  Das Kind soll lernen, dass Beißen ein Ablösen von der Brust bedeutet. Nach dem Abnehmen von der Brust kann das Kind erneut angelegt werden.

Während des Zahnens kann Stillen auch dadurch unangenehm sein, dass allein stehende Zähne sich tief in das Brustgewebe drücken. Dieses Problem löst sich, wenn das Kind mehr Zähne kriegt und der Zahnfront gleichmäßiger wird.

Quellen:

  • Mohrbacher N, Stock J: Handbuch für die Stillberatung. La Leche League International, 2002, 2. Aufl.
  • Guóth-Gumberger M, Hormann E: Stillen. Einfühlsame Begleitung durch alle Phasen der Stillzeit. Gräfe & Unzer, 2014.
  • persönliche Erfahrungen

 


© Dr. Z. Bauer – Publikationen in der Stillförderung. 2003-2018. Letzte Ergänzungen: Mai 2018.