Begrenzung von Stillpausen: Bedenken beim neuen Mutterschutzrecht

12. August 2016 | Von | Kategorie: Neues aus der Stillwelt
ARbeitende Mutter mit Baby im Büro

Berufstätigkeit und Stillen sind vereinbar, wenn geeignete Vorschriften gelten. (© Jasmin Merdan)

Der Entwurf zum neuen Mutterschutzgesetz sieht im Gegensatz zum bisher gültigen Gesetz vor, dass der Anspruch auf Stillpausen auf die ersten 12 Monate begrenzt wird. Bislang war der Anspruch auf Stillpausen zeitlich unbegrenzt. Mehrere Fachverbände aus der Stillförderung fordern, dass dieser Anspruch entsprechend den WHO-Empfehlungen zur Stilldauer auf 24 Monate ausgedehnt wird.

Die WHO empfiehlt ausschließliches Stillen für 6 Monate und Weiterstillen bis zum 2. Geburtstag und darüber hinaus. Diese Empfehlungen gelten für alle Länder, auch für die entwickelten, westlichen Länder. Bis zu diesem Alter sind die Vorteile des Stillens wissenschaftlich eindeutig belegt.

Mehrere Fachverbände aus der Stillförderung haben gegen den Gesetzentwurf zur Neuregelung des Mutterschutzrechts, das zum 1. Januar 2017 in Kraft treten soll, Bedenken angemeldet: Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in Kooperation mit dem Berufsverband der Frauenärzte (BVF) sowie die Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS) zusammen mit dem Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen (BDL), Mother Hood und das Deutsche Ausbildungsinstitut für Stillbegleitung (DAIS).

Die Regelungen zum bisherigen Mutterschutz stammen im Wesentlichen aus dem Jahr 1952. Das neue Mutterschutzgesetz soll ein bundeseinheitliches Niveau für alle berufstätigen Frauen schaffen, die Regelungen verständlicher und umsetzbarer machen. Eine Erneuerung des Mutterschutzgesetzes ist grundsätzlich zu begrüßen.

Die Stellungnahmen der Fachverbände aus der Stillförderung:

Der Gesetzentwurf zum neuen Mutterschutzrecht:

Petition unterzeichnen

Wenn Sie sich für den Schutz des Stillens am Arbeitsplatz bis zum 2. Geburtstag einsetzen möchten, können Sie die von der AFS initiierte Petition an den Bundestag bis zum 8. September 2016 unterzeichnen:

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2016/_07/_24/Petition_66923.nc.htm

 

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