Aktualisierung von Artikeln über Brusterkrankungen in der Stillzeit

14. Februar 2015 | Von | Kategorie: Neu im Still-Lexikon

Folgende Artikel im Bereich der Brusterkrankungen in der Stillzeit wurden anhand einer anerkannten aktuellen Leitlinie angepasst:

Um den Informationsstand der Artikel zu aktualisieren, haben wir die 2013 erschienene S3-Leitlinie zur Therapie entzündlicher Brusterkrankungen in der Stillzeit berücksichtigt. Diese Leitlinie wurde von der Nationalen Stillkommission und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) initiiert, fasst den Stand der Wissenschaft nach einer umfassenden Literaturanalyse zusammen und gibt für Gesundheitspersonal (Frauen- und Kinderärzten, Hebammen, Pflegenden, Still- und Laktationsberaterinnen) eine Expertenempfehlung ab. Die Leitliniengruppe bestand aus führenden Stillexperten aller wichtigen Stillorganisationen und acht weiterer einschlägiger medizinischer Fachgesellschaften.

Interessanterweise gab es nach der umfassenden Literaturübersicht kaum Änderungen in den ausgesprochenen Empfehlungen. Auch an den vier einschlägigen Artikeln im Still-Lexikon musste somit nur recht wenig geändert werden. Denn – wie es sich herausstellte – es liegen zur Therapie entzündlicher Brusterkrankungen in der Stillzeit nur sehr wenige wissenschaftliche Studien vor und auch diese wenigen haben fast ausnahmsweise so gravierende methodische Schwächen, dass sie keine gültigen Schlussfolgerungen erlauben.

Der Mangel an wissenschaftlichen Untersuchungen kann auf zwei Faktoren zurückgeführt werden:

  • Erstens sind aussagefähige wissenschaftliche Studien sehr teuer und werden in der Medizin daher in der Regel von Anbietern neuer Therapeutika finanziert, damit ihre Therapeutika von den Behörden zugelassen und somit verkauft werden dürfen. Im Bereich des Stillens fehlen teure therapeutische Ansätze und es gibt keine Wirtschaftsvertreter, für die sich die Finanzierung teurer Studien in diesem Bereich rentieren würde.
  • Zweitens verbieten im Bereich des Stillens vielfach ethische Bedenken das Durchführen von aussagefähigen Studien. Denn wenn sich eine therapeutische Maßnahme (z.B. die Korrektur des Anlegens und des Stillverhaltens durch Still-Expertinnen) in der Praxis bewährt hat, ist es nicht vertretbar, Studienteilnehmerinnen diese Maßnahme zu Vergleichszwecken zu enthalten.

⇒ Die evidenzbasierte Laktationsmedizin bleibt daher nach wie vor eine Utopie – wir müssen uns wohl nach wie vor weitgehend auf die Erfahrungen und Beobachtungen von Müttern und Fachleuten verlassen.

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