Beruf: Ich bin eine promovierte Diplom-Biologin mit Schwerpunkt Biochemie und Molekularbiologie. Nach dem Abschluss meiner Promotion leitete ich mehrere Jahre das Lektorat eines medizinischen Verlages. Nach der Geburt meiner zweiten Tochter wechselte ich in die Selbstständigkeit (www.wissensvermittlung-gesundheit.de). Ich bin bei einer Reihe von Projekten für die verständliche und qualitativ hochwertige Vermittlung von medizinischen Informationen zuständig.
Stillerfahrung: Meine erste Tochter Anita habe ich im Februar 2002 bekommen. Vor der Geburt stellte ich mir das Stillen unproblematisch vor, obwohl ich gehört hatte, dass manche Mütter nicht genug Milch haben. Das Wochenbett und die ersten Stillerfahrungen waren sehr aufregend, und ich war froh, dass ich offenbar viel Milch hatte und Anita gut gedieh. Die Freude währte nicht lange, denn aus "viel" wurde bald "zu viel". Ich bekam Schmerzen, hohes Fieber und eine schwere beidseitige Brustentzündung, weshalb ich eine Woche länger im Krankenhaus bleiben und Antibiotika nehmen musste. Zu Hause hatte ich alle paar Wochen sehr schmerzhafte Milchstaus und gelegentlich Brustentzündungen mit hohem Fieber. Nach 8 Monaten hörten die Probleme mit der Brust auf. Ich habe Anita 6 Monate voll- und anschließend noch mehrere Jahre teilgestillt. Die Stillzeit bei meiner zweiten Tochter Juliana war von Anfang an unproblematisch.
Stillen ist eine ganz besondere Erfahrung für mich. Es bewirkt wahre Wunder bei meiner Tochter, denn es löscht nicht nur Hunger und Durst bei ihr, sondern es macht sie rundum entspannt und zufrieden. Stillen stellt eine Nähe zwischen uns her, die auf keine andere Weise möglich wäre.
Motivation zum Still-Lexikon: Trotz äußerst engagierter und hilfsbereiter Kinderkrankenschwestern im Krankenhaus habe ich mich über Mängel in der Stillförderung sehr oft geärgert. Nicht nur, dass jede Schicht im Krankenhaus andere Empfehlungen gab, ich musste auch erleben, dass die Mehrheit der Wöchnerinnen auf der Station zu wenig Milch hatte und zufütterte, und teilweise schon im Krankenhaus abstillte. Zu Hause war ich oft verzweifelt, weil ich niemanden fand, der mir mit meinen Milchstaus und Entzündungen helfen konnte. Ich bekam den Eindruck, dass sich kaum jemand mit Stillproblemen wirklich auskannte. Ich habe auch erfahren, dass Stillprobleme anderer Mütter durch die "Abstillpille" gelöst wurden. Ich wollte gegen diesen Missstand unbedingt etwas unternehmen. Ich habe alle verfügbaren Informationen über Stillen gesammelt und mit vielen Leuten gesprochen. Meine gesammelten Erfahrungen und Informationen möchte ich mit dieser Seite der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.
Danksagung: Ich bin der La Leche Liga, insbesondere der Lörracher Stillgruppe mit der Leitung von Sabine Stilz, für ihr Engagement und ihre einfühlsame und kompetente Beratung sehr dankbar. Die Stillgruppe hat meine Einstellung zum Stillen stark geprägt und mir die Gelegenheit gegeben, mich mit zahlreichen Müttern auszutauschen und ihre so individuellen Situationen kennenzulernen.
Zsuzsa Bauer, 2008