Einführung von Beikost: Empfehlungen von Fachorganisationen im Vergleich

Eltern bekommen häufig widersprüchliche Ernährungsempfehlungen, deren Herkunft und Zuverlässigkeit meist unklar ist. Um ihnen eine gewisse Orientierung zu geben, wurden in der nachfolgenden Tabelle die Empfehlungen anerkannter Fachorganisationen zur Einführung von Beikost zusammengestellt. Obwohl sich die Fachgremien dieser Organisationen größte Mühe geben, ihre Empfehlungen auf gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse zu gründen, sind auch sie sich in vielen Punkten nicht einig, da wissenschaftliche Ergebnisse unterschiedlich interpretiert und gewichtet werden, aber auch weil die Zielgruppen der Empfehlungen unterschiedlich sind.

Über die Empfehlungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung kann man sich auf dessen Homepage www.fke-do.de informieren. Als Ergänzung finden Sie Auszüge der Empfehlungen der WHO in deutscher Übersetzung.


FKE

Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund

WHO

Weltgesundheitsorganisation

AAP

Amerikanische Akademie für Kinderheilkunde

Einführung der ersten Beikost

Ab dem (5.-)7. Monat. Bei allergiegefährdeten Kindern ab dem 7. Monat. (In Anlehnung an die Empfehlungen der Nationalen Stillkommission)

Mit sechs Monaten (26 Wochen)

Begründung: Ausschließliches Stillen bis zum vollendeten sechsten Monat ist optimal für die Gesundheit des Babys und der Mutter. Nach sechs Monaten reicht Muttermilch alleine nicht mehr aus.

Ab dem (5.-)7. Monat oder wenn das Kind Bereitschaft zeigt. Bei allergiegefährdeten Kindern ab dem 7. Monat.

Wenn mit der Einführung von Beikost jedoch wesentlich länger als sechs Monate gewartet wird, kann das Kind ein schlechter Esser werden.

Weitere Beikost

Pro Monat eine Stillmahlzeit gegen eine Breimahlzeit ersetzen.

Mehrere kleine Mahlzeiten geben, Häufigkeit und Menge allmählich und nach Bedarf erhöhen; nach Bedarf weiterstillen.

Mehrere kleine Mahlzeiten geben, Menge und Häufigkeit allmählich erhöhen; nach Bedarf weiterstillen.

Gesamte Stilldauer

Keine eindeutige Stellungnahme. Solange Mutter und Baby wünschen.

Mindestens zwei Jahre

Mindestens bis zum ersten Geburtstag, darüber hinaus solange Baby und Mutter wünschen.

Fleischlose Ernährung von Säuglingen

Möglich

durch Kombination von eisenreichem Vollkorngetreide mit Vitamin-C-reichem Obst.

Nicht möglich.

Fleisch ist essenziell für Eisen und die beste Quelle für hochwertiges Protein.

Möglich

mit Eisen-angereichertem Baby-Getreide oder durch Kombination von eisenreichem Vollkorngetreide mit Vitamin-C-reichem Obst.

Einführung von Kuhmilch

Ab dem (6.-)8. Monat (abgekocht)

Täglich 200 g Kuhmilch abgekocht* im Getreidebrei für eine ausreichende Kalziumversorgung wird empfohlen. Frische Kuhmilch* im ersten Lebensjahr ist umstritten.

Ab dem 12. Monat

Kuhmilch besser in Form von Käse, Joghurt oder abgekocht im Getreidebrei geben. Keine frische, unerhitzte Kuhmilch* in den ersten zwölf Lebensmonaten.

Ab dem 12. Monat

Muttermilch ist im ersten Lebensjahr die beste Quelle für Kalzium. Käse, Joghurt etc. zwischen dem zehnten und zwölften Lebensmonat, frische Kuhmilch* nach dem 12. Lebensmonat einführen.

Einführung von potentiellen Allergenen im Säuglingsalter.

Mit Ausnahme der Milch werden im Ernährungsplan des FKE keine Lebensmittel verwendet, die als stark allergieauslösend gelten, wie Ei, Fisch oder Nüsse.

Ja

Diese potenziellen Allergene sind eine gute Quelle für wichtige Nährstoffe. Es gibt keinen eindeutigen Nachweis, dass deren Einführung ab dem zweiten Lebenshalbjahr das Risiko für Allergien erhöht.

Nein

Spätes Einführen von potenziellen Allergenen zögert Allergien hinaus oder beugt ihnen vor. Deshalb: Eier nicht vor dem zweiten, Fisch und Nüsse nicht vor dem dritten Geburtstag geben.

* „Frische“ Kuhmilch bedeutet keine unbehandelte sondern pasteurisierte oder ultrahocherhitzte Kuhmilch. Das Abkochen dient daher nicht dem Sterilisieren der Milch sondern dem Denaturieren der Proteine in der Kuhmilch, um sie damit besser verträglich zu machen.

Quellen:


Zs. Bauer, www.still-lexikon.de, 2003
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