Stillen bei Berufstätigkeit

Berufstätigkeit der Mutter sollte kein Hindernis fürs Stillen darstellen. Selbst wenn eine Mutter 10 Stunden am Tag von ihrem Baby getrennt ist, bleiben 14 Stunden am Tag zum Stillen. Und wenn die Mutter sich mit dem nächtlichen Stillen nicht anfreunden kann - immer noch 6 Stunden. In dieser Zeit kann das Baby viel von der wertvollen Muttermilch und der Nähe zur Mutter erhalten.

Da Vollstillen in den ersten 6 (mindestens 4) Monaten große Vorteile für die Gesundheit des Kindes hat, sollte die Mutter in ihrer Abwesenheit nach Möglichkeit Milch abpumpen.

Nicht nur das Kind profitiert vom Abpumpen: Die Eltern sparen die Kosten der industriellen Säuglingsnahrung. Einer Berechnung zufolge wird für Flaschennahrung, Fläschchen und Saugern 75 EUR pro Monat und Kind ausgegeben, in den ersten 6 Monaten also insgesamt 450 EUR, bis zur kompletten Entwöhnung des Kindes von der Flasche mindestens das Doppelte. Die Gesamtkosten eines Abpumpsets sollten sich auf max. 300 EUR belaufen.

Weiterhin sparen die Eltern Zeit: Zwar ist der Zeitaufwand beim Abpumpen erheblich höher als beim normalen Stillen, aber immer noch geringer als bei der Fütterung künstlicher Säuglingsnahrung. Mit einem Doppelpumpset braucht die Mutter nur 2-3 Mal 15 Minuten, um ihr Baby für die Zeit ihrer Abwesenheit mit Muttermilch ausreichend zu versorgen. Zusätzlich kann sie ihr Kind kurz vor dem Weggehen und direkt nach der Heimkehr anlegen, um die Zeit ohne Stillen zu verkürzen.

Das Mutterschutzgesetz (Gesetz zum Schutze der erwerbstätigen Mutter; MuSchG), gewährt stillenden Frauen einen Anspruch auf die zum Stillen erforderliche Zeit, mindestens aber zweimal täglich eine halbe Stunde oder einmal täglich eine Stunde. Diese Stillzeit darf nicht vor oder nachgearbeitet oder auf die festgesetzten Ruhepausen angerechnet werden. Wenn Ihnen Ihr Chef oder Ihre Kollegen diese Freiheit übel nehmen, erklären Sie ihnen, dass gestillte Kinder seltener krank sind und sich schneller erholen. So können psychische und zeitliche Belastungen durch Krankheiten des Kindes verringert werden.

Praktische Tipps zur Vorgehensweise:

Lesen Sie das konkrete Beispiel einer erfahrenen Mutter, die ihre Berufstätigkeit mit dem Stillen erfolgreich vereinbart hat.


Bitte holen Sie weitere Informationen und persönliche Unterstützung bei Stillberaterinnen ein (siehe Kontaktadressen für die Stillzeit)


Quellen:


Zs. Bauer, www.still-lexikon.de, 2005
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