In Publikationen des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin finden sich folgende Empfehlungen über Nährstoffsupplemente in der Stillzeit: Ein gestillter Säugling sollte von der zweiten Lebenswoche an täglich 400 (bis 500) Einheiten Vitamin D erhalten. Fluorid-Tabletten werden heute nicht mehr empfohlen. Um eine ausreichende Jodzufuhr sicherzustellen, sollte die stillende Mutter Jodsupplemente in einer Menge von 200 Mikrogramm pro Tag einnehmen. Wenn Stillende wieder schwanger werden möchten oder könnten, ist die zusätzliche Einnahme von Folsäure (400 Mikrogramm pro Tag) spätestens ab der vierten Wochen vor dem Empfängnis essentiell. Zu industrieller Säuglingsmilch werden die genannten Spurenelemente und Vitamine bereits zugesetzt, so dass eine zusätzliche Einnahme durch Mutter und Kind nicht erforderlich ist.
Warum ist die Einnahme dieser Nährstoffe in der Stillzeit so wichtig?
In der Schwangerschaft und der Stillzeit ist eine ausreichende Nährstoffversorgung besonders wichtig, da in diesen Zeiten sowohl der Bedarf der Mutter als auch der des Kindes gedeckt werden muss. Wenn eine Mutter während der Schwangerschaft ihr Kleinkind weiterstillt, erhöht sich der Bedarf an Nährstoffen zusätzlich.
Jod zählt zu den essenziellen Spurenelementen, die in der Nahrung nur knapp vorhanden ist. Jodmangelerkrankungen gehören deshalb zu den häufigsten Nährstoffmangelerkrankungen. Ein Jodmangel der Mutter führt zu jodarmer Muttermilch. Die häufigste und bekannteste Folge des Jodmangels für die Mutter ist die Entwicklung einer Struma, die auch Kropf genannt wird. Aber auch Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten und eine generelle Leistungsminderung können auf einen Jodmangel zurückgeführt werden. Ein Jodmangel des Neugeborenen führt zu geistigen und körperlichen Entwicklungsstörungen. Daher ist es essentiell, bei der Zubereitung von Nahrung auf die Verwendung von Jodsalz zu achten und während der Schwangerschaft und der Stillzeit zusätzlich Jodsupplemente zu nehmen. Ein im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit in 1996 durchgeführtes Jodmonitoring zeigte, dass lediglich 21 % der untersuchten Stillenden regelmäßig Jodtabletten einnahmen.
Auch eine ausreichende Folsäure-Zufuhr kann bei Schwangeren und Stillenden über Ernährung allein schwer gewährleistet werden. Ein Mangel an Folsäure erhöht die Wahrscheinlichkeit, ein Kind mit offenem Rücken und weiteren Fehlbildungen, insbesondere Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten, zu bekommen.
Ein Mangel an Vitamin D führt zu Verbiegungen der Knochen und zu Krampfanfällen. Muttermilch enthält in der Regel kaum Vitamin D, das daher dem Säugling extra zugeführt werden muss. Zwar bildet sich Vitamin D in der Haut durch Sonnenlicht, aber in unseren klimatischen Verhältnissen halten wir uns fast den ganzen Tag in Häusern auf und bedecken unsere Haut mit Kleidung oder verwenden Sonnenschutzmittel. Das ist auch besser so, da unsere helle Haut durch ein Übermaß an Sonnenlicht irreparabel beschädigt wird. Insbesondere kann Sonnenlicht Hautkrebs verursachen. Die unreife Haut von Säuglingen und Kleinkindern ist besonders gefährdet. Daher ist es sinnvoller, Säuglinge vor direktem Sonnenlicht zu schützen und ihnen Vitamin D-Taletten zu geben.
Fluoride stärken den Zahnschmelz und schützen die Zähne gegen die schädlichen Säuren im Mund. Sie stoppen beginnende Karies und remineralisieren die Zahnoberfläche, solange sie noch kein Loch aufweist. Laut Stiftung Warentest (Zähne; Redaktionsschluss September 2003) empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Zahn- Mund- und Kieferheilkunde heute nicht mehr die Gabe von Fluoridtabletten, denn Fluoride beugen Karies am besten vor, wenn sie direkt an den Zähnen angewandt werden. Babys vor dem sechsten Lebensmonat brauchen kein zusätzliches Fluorid. Sobald die ersten Milchzähne durchgebrochen sind, sollten die Eltern die Zähne ihrer Kinder zweimal am Tag reinigen. Zuerst nur mit Wattestäbchen oder Läppchen und später mit einer Zahnbürste. Einmal am Tag (ab dem zweiten Geburtstag zweimal am Tag) sollte dazu eine erbsengroße Menge Kinderzahnpasta verwendet werden, die maximal 0,05 Prozent Fluorid enthält (Aufschrift der Tube: 500 ppm).
Quellen:
Zs. Bauer, www.still-lexikon.de, 2003
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