Schwierigkeiten mit dem Stillen (z.B. zu wenig Milch) werden von vielen Leuten auf eine Fehlfunktion der mütterlichen Brust zurückgeführt und als unveränderliches Schicksal hingenommen. Dabei könnten schätzungsweise über 97% der Mütter voll stillen!
Stillprobleme liegen meistens an äußeren Umständen.
Denn es braucht optimale Bedingungen bei der Entbindung und im Wochenbett und eine engagierte Unterstützung durch das Klinikpersonal und das familiäre Umfeld, um die Stillbeziehung erfolgreich zu etablieren. Die ersten Tage und Wochen nach der Geburt sind für den Erfolg ganz entscheidend. Obwohl die Bedeutung des Stillens heute allgemein anerkannt wird, wurden in den meisten Geburtskliniken die Empfehlungen der WHO/UNICEF und der Nationalen Stillkommission (Bundesinstitut für Risikobewertung) noch nicht umgesetzt. In vielen Kliniken hat das Personal keine Ausbildung in modernem Stillmanagement und es werden die stillunfreunlichen Routinen der Vergangenheit angewandt (siehe: Warum das Stillen häufig nicht klappt).
Auch nach der Klinikentlassung können Unsicherheiten und Probleme beim Stillen auftreten. Mangels richtiger Unterstützung führen diese häufig zum Abstillen. Es ist praktisch Glücksache, ob man in einer stillfreundlichen oder stillunfreundlichen Umgebung entbindet, denn die meisten Mütter haben in Deutschland immer noch keine Möglichkeit, in einem stillfreundlichen Krankenhaus zu entbinden. Es hängt daher stark von der Informiertheit, der Entschlossenheit und dem Durchaltevermögen der Eltern ab, ob eine erfolgreiche Stillbeziehung etabliert werden kann oder nicht.
Quellen:
Zs. Bauer, www.still-lexikon.de, 2002, 2008; letzte Aktualisierung: 1. April 2008
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